2024 war ein Ausnahmejahr.
Das erfolgreichste seit Beginn meiner Selbstständigkeit.
Hohe Nachfrage, volle Ausbildungsgruppen, tragfähige Kooperationen.
Und ein innerer Beschluss: Es darf weniger werden.

Mit 60 schien ein ruhigerer Abschnitt stimmig.
Mehr Raum, weniger Taktung, mehr Auswahl.

Dann kam 2025.

Ein deutlicher Rückgang der Ausbildungsteilnehmenden.
Ein Blick nach 2026, der keine schnelle Entspannung verspricht.
Zurückhaltende Anfragen für Teamentwicklung und Führungscoaching.
Gesellschaftliche und politische Spannungen, die sich in Organisationen niederschlagen –
in Entscheidungsstau, Erschöpfung, Unsicherheit.
Und schließlich: die Kündigung meiner Büro- und Seminarräume zum Jahresende –
nach 14 Jahren.

Mein erster innerer Gedanke war überraschend klar:
Das ist eine Zumutung.

Für die Entwicklung von Menschen, Führung und Organisationen schlägt mein Herz seit Jahrzehnten.
Nach all den Jahren wäre ein ruhiger Ausklang doch wirklich verdient.

Und dann habe ich gelacht.

Systemisch betrachtet ist Führung – wie Leben – kein linearer Prozess.
Phasen der Verdichtung wechseln mit Brüchen.
Übergänge sind selten komfortabel, aber oft klärend.

2025 war ein Jahr der Zumutungen.
Und zugleich eines der Ehrlichkeit.
Ein Jahr, das alte Sicherheiten verabschiedet und neue Fragen stellt:
Was trägt wirklich?
Was braucht Führung jetzt – jenseits von Methoden und Moden?

Ich begleite seit vielen Jahren Führungskräfte und Teams genau in solchen Phasen:
wenn Orientierung fehlt, Entscheidungen schwerfallen und Verantwortung nicht delegierbar ist.

Leben meistern heißt für mich einmal mehr aufstehen, als man hingefallen ist.
Nicht lauter. Sondern klarer.
Nicht schneller. Sondern mit Erfahrung.

Ich bin noch da.
Mit Haltung, systemischer Tiefe und einem wachen Blick für das,
was (Selbst) Führung heute wirklich braucht.

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