Anja Mumm

Warum Coaching meine Leidenschaft ist

Immer wieder musste ich neu gewonnene Freunde verlassen, die Schule wechseln, alle drei Jahre umziehen. Als Tochter eines Berufssoldaten bin ich bereits früh damit in Berührung gekommen, dass Veränderungen – auch einschneidende – zum Leben dazugehören. Das waren keine Veränderungen, die ich beeinflussen konnte. So erkannte ich als Kind schnell, dass es im Leben einerseits Bereiche gibt, die wir nicht ändern können und andererseits eben auch die, wie wir verändern und gestalten können.

Schon während meiner ersten Schritte im Beruf entwickelte ich schnell einen Blick dafür, was in Unternehmen nicht optimal läuft – und brachte meine Lösungsideen ein. Und ich entdeckte, dass es mich erfüllt, andere zu befähigen, damit sie ihre täglichen To-dos besser, effizienter und schneller erledigt bekommen.

Als ich mich 1993 selbständig machte, begann ich daher damit, Trainings zu geben: Grundlagenkommunikation, Verkaufsschulungen – ich vermittelte Know-how. Doch ich merkte relativ bald, dass ich den Menschen zwar Handwerkszeuge geben kann, aber dass nicht jeder diese auch anwenden kann. Die Frage nach dem „Warum“ brachte mich zu der Annahme, dass diese Menschen innere Blockaden haben, die es ihnen unmöglich machen, ihre Fähigkeiten und Ressourcen zu nutzen. Andere sind in einem völlig falschen Umfeld unterwegs. Sie befinden sich in einem Kontext, der gar nicht zu ihnen passt, was bedeutet, dass sie tagtäglich eine enorme Anpassungsleistung erbringen müssen. Eine klassische Weiterbildungsmaßnahme ist dann eben nicht das, was denjenigen hilft.

Coaching dagegen kann das. Im Coaching können genau solche Themen – Face to Face – angesprochen werden. Die dort entstehende Vertraulichkeit fördert, dass hier Themen auf den Tisch kommen können, die sonst Tabu-Charakter haben. In einem Coaching-Prozess steckt das Erkenntnispotenzial, dass wir unser Leben gestalten können und nicht Opfer der Umstände sind.

Ich glaube fest daran: Wenn Menschen das tun, was ihnen liegt, worin sie Sinn sehen und woran sie Spaß haben – erst dann leben sie ein bewusstes und selbstbestimmtes Leben. Deshalb arbeite ich tagtäglich als zertifizierte Seniorcoach und Lehrcoach mit Menschen daran, dass sie ihre Ziele erreichen, ihre gedanklichen Einbahnstraßen verlassen und ihre Gestaltungsmacht entdecken.

Aufgrund meines frühen Einstiegs in die Coaching-Thematik lag es mir am Herzen, für die Aus- und Weiterbildung des Berufes einen gewissen Qualitätsstandard zu entwickeln, der eine durchgehend gute Qualität gewährleistet.

Aus diesem Grund bin ich Mitbegründerin des Deutschen Coaching Verbandes e.V. und war lange Jahre Vorstandssprecherin.


Interview mit Anja Mumm

Coaching Magazin 04/2014

Coaching Magazin 04/2014 - 1.45 MB

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